Am 20. Februar fand die diesjährige Vernissage zur Ausstellung von Kunst aus Schulen des Hochtaunuskreise in der Galerie Atlantis in Bad Homburg statt, in deren Verlauf die gelungensten der eingereichten Werke von einer in der Sache bewanderten Jury mit Preisen ausgezeichnet wird. In diesem Jahr haben sich neben dem TGK, das durch den Leistungskurs der Q1 unter Leitung von Frau Schendzielorz vertreten und mit dem großformatigen Werk „Brave enough“ in den Wettbewerb gegangen war, acht weitere Schulen des Hochtaunuskreises mit zum Teil mehreren Beiträgen beteiligt. Die Vernissage war noch besser besucht als in den letzten Jahren und die ausgestellten Schülerwerke wurden intensiv begutachtet und besprochen. Mit Spannung wurde dann die Preisverleihung verfolgt. Die Jury hatte sich in diesem Jahr entschieden, drei zweite und drei erste Plätze zu vergeben. Nachdem alle Preisträger bekanntgegeben worden waren und nur noch der letzte Preisträger offen war, war die Spannung für unsere SchülerInnen kaum noch zu ertragen. Unter Würdigung der gelungenen Gegenüberstellung der beiden Seiten - der heilen Welt, fast schon kitschig, übertrieben schön im goldenen Licht auf der einen Seite und den kritisch zu betrachtenden Zusammenhängen, aufgegriffen in den künstlerischen Positionen auf der anderen Seite, hier verbunden mit der Aufforderung, die Handys bereit zu halten, um QR-Codes für Musik zu scannen und zu den individuellen Statements der einzelnen Gemälden dieser zweiten Seite die diese pointierende Musik zu hören, wurden sie für ihre Arbeit vom Landrat des Hochtaunuskreises mit dem mit einem Geldpreis versehenen ersten Preis ausgezeichnet.

Beide Seiten des in dieser Weise ausgezeichneten Kunstwerks sind in einer gemeinschaftlichen malerischen Arbeit entwickelt worden, die sich inhaltlich mit dem dystopischen Roman „Brave New World“ von Aldous Huxley auseinandersetzt. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich die Ambivalenz einer scheinbar perfekten Gesellschaft bildnerisch fassen lässt. Die Vorderseite des großformatigen Werks zeigt in impressionistischer Malweise den schönen Schein - den Blick vom Taunus auf die Skyline von Frankfurt, eine „schöne neue Welt“: Weite, Licht und Natur, einen verheißungsvollen Blick auf die ästhetisch harmonisierte Stadtsilhouette, sinnbildlich für Fortschritt, Ordnung und Wohlstand. Auf der „Kehrseite“ brechen jedoch die individuellen und eigenständigen Bildstatements der SchülerInnen diese ästhetische Fassade auf: Verlust von Individualität, emotionale Verarmung, Manipulation durch die sozialen Medien, Konsum als Ersatzreligion oder die scheinbare Glücksverpflichtung. Die SchülerInnen haben ihre Arbeit mit dem Titel „Brave enough“ überschreiben. Dieser fordert auf, hinter die Fassade zu schauen, hinter der vordergründigen Schönheit die dahinterliegende Problematik zu erkennen.
Die entstandene Gemeinschaftsarbeit verbindet kollektive Bildfindung mit persönlicher Haltung und macht erfahrbar, dass Kunst nicht nur Oberfläche gestaltet, sondern auch gesellschaftliche Wirklichkeit kritisch befragt.
Die PreisträgerInnen des Jahrgangs 11 und 12 (Q1 LK):
Arthur Bonrath, Aiden Daniel, Zinat Dilawar, Laura Domachowski, Jakob Eichinger, Mara Fischer, Larissa Gauß, Mariella Kies, Sarah Kruglyansky, Emilia Merx, Suman Nadri, Tu-Yen Nguyen,
Taqwa Nuri, Daniel Oh, Marie Sindelar, Anna Tuschik, Florentine van Gogh, Valentina Vieyra Solis, Laura Voigt Palza, Kyra-Tabea Waldschmidt, Franka Wargin

(Hmn/Sd)